Fanpost – der etwas anderen Art

Reginas Gedankenwelten

Am Sonntag Abend kontaktierte mich meine Verlegerin, sie hätte einen Brief für mich und ob sie mir den weiterleiten solle. Ein Brief? Für mich? An den Verlag? Sie schickte ein Foto des Umschlags, unbekannte Handschrift.
„Tickt er?“ „Neeee!“ „Na dann schick mal…“

Ich verbrachte einen Tag mit Grübeln, wer mir über meinen Verlag schreiben würde. Ein anderer Verlag? Unwahrscheinlich. Ein anonymer Lyrikliebhaber, der mein Mäzen werden wollte? Kaum. Vielleicht hat mir ein unbekannter Onkel des Cousins des Neffen meiner Großtante… ach lassen wir das! Lange Rede, kurzer Sinn: es war ein Drohbrief von Rechts. Anonym natürlich und dermassen hingeschmiert, daß ich den Inhalt eher erraten als lesen konnte. Vermutlich hat es sich der Verfasser vorher mit einer Dose Lack bequem gemacht, bevor er loslegte über den „Gutmenschen-Terror“, für den der „Tag der Abrechnung“ bald käme und wir „asozialen Dreckshetzer“… Blablabla… „Schwandt an die Wand“… usw. Ach, aus der Ecke kommt…

Ursprünglichen Post anzeigen 255 weitere Wörter

Advertisements

Vor Weihnachten schon einmal an die Zeit NACH Weihnachten denken…

2016-12-06-19-42-38

Wem bei folgenden Gedicht Ähnlichkeiten mit einem Eichendorff-Text auffallen sollten – DAS ist tatsächlich SEHR beabsichtigt:

Zwei Tage nach Weihnachten

Markt und Strassen sind entblättert.

Ohne Flitter jedes Haus.

Auslagen farblos und geglättet

Alles sieht so „sachlich“ aus.

 

Aus den Fenstern ohn‘ Bedauern

wird das Spielzeug weggerückt.

Ja man merkt es mit Erschauern

und man fühlt sich recht bedrückt.

 

Und man wandert um die Mauern,

entlang wo nur der Ernst noch zählt.

Gar kein Glänzen in den grauen

Stätten unsrer nüchter’n Welt.

 

Alltagsstimmung trifft uns wieder –

’s macht scheints viele Menschen froh.

Ein Glück – Weihnachten ist vorüber!“

Warum nerven Euch drei Tage so?

 

Warum werft Ihr Weihnachten

nach dem Fest so hastig weg?

Wollt Ihr Gefühle nicht beachten

und haltet Weihnachtsstimmung nur für „Dreck“?

 

Mich macht es deshalb wirklich traurig

warum Weihnacht kann nicht länger sein.

Menschen, benehmt Euch nicht so schaurig

und lasst das Gefühl lang noch im Herzen sein.

copyright R.U. Högemann, 2016

„Was – ich auch?“ oder das kollektive „Wir“

image

 

Der Piratenbär hatte gerade mit einem Freund aus dem Nachbarwald eine Unterhaltung über das aktuellen Wald- und Weltgeschehen – da lässt ihn eine Bemerkung stutzen: „Unsere Waffen, die wir in die Krisengebiete senden sind Schuld an dem ganzen Dilemma!“ Moment mal – „unsere“? Ich habe keine Waffen verkauft, habe noch nicht einmal welche – ich hoffe, mein Gegenüber auch nicht…..

 
Später kam „Wir sind doch mit unseren Autos schuld daran, dass unser schöner Wald voller Feinstaub ist. Wir müssen unsere PKW einfach weniger benutzen!“ Hallo – „isch abe keine Aauto….“ – um mal mit den Worten eines Kaffeewerbers zu sprechen.

 
Noch viel später: „Zum Glück haben wir bei den Olympischen Spielen doch noch einige Goldmedaillen gewonnen.“ WIR? Ähm – der Piratenbär ist ungefähr so sportlich wie ein 10 Kilo Sack Gummibärchen und froh, wenn er ohne Zwischenpause die höchste Etage erklimmen kann.

 
Doch einen Moment – dieses „Wir“ – das sind doch gar nicht wir, das sind meistens nur einige wenige oder eine Gruppe, mit der man oft gar nichts zu tun hat (oder auch zu tun haben will). Und irgendwann geht dem Piratenbär das „geWIRe“ auf die Nerven….. Wie war das damals in Deutschland – „Wir sind Papst!“ Schon gewagt auch für Menschen der anderen Glaubensrichtungen zu reden.

 
Und auch problematisch – wenn nämlich aus dem „WIR“ das „IHR“ bzw. „Die xxxxxxxx“ wird. Denn Menschen, die sich an das pauschale Zusammenfassen der eigenen „Zugehörigkeitsgruppe“ gewöhnen, gewöhnen sich leider auch ganz schnell an das pauschalisieren anderer Gruppen, besonders wenn es um negative Eigenschaften geht. Dann heisst es nämlich: „Die xxxxxx sind alle….“, „Das waren bestimmt wieder yyyyyyyy…“

 
Darum hält sich der Piratenbär möglichst daran, dieses „Wir“ wirklich nur dann zu gebrauchen, wenn er damit sich und andere meint, bei denen völlig klar ist, dass sie mit ihm diese Gemeinsamkeit haben.

 
P.S. Genauso vorsichtig zu handhaben ist der Gebrauch von der Pauschalisierung „man“ – man darf, man darf nicht, man sollte… Hier bietet sich logischerweise der Austausch von „man“ in „ich“ an.🙂 Genauso wie bei dem heute so beliebten Ausspruch „Das braucht doch kein Mensch…“ Wie überheblich, seine eigene Meinung und Befindlichkeit dem Rest der Menschheit aufdrängen zu wollen! ICH brauche es nicht – und dazu stehe ich…

 
Man sollte da wirklich mal dran arbeiten dass wir das beherzigen – alles andere braucht doch kein Mensch…..

 

HOPPALA…

Merken

Merken

Merken

Merken

Die „Kunst“ des Schwarzsehens


Und nein, der Piratenbär meint nicht, das „Sparen“ der „TV-Ungerechtigkeitsgebühr“. Sondern das Talent einiger Zeitgenossen positive und schöne erbauliche Dinge und Ereignisse negativ zu färben und damit ihre Umwelt und die Menschen, die um sie herum leben „schlechtzumachen“.

Leider eine recht häufig anzutreffende Eigenschaft im realen Leben und auch im virtuellen, sprich Foren bei Facebook und sonstigem.

Real z.B. Urlaub mit Familie Bär. Balkon – offene Tür – ein frecher Spatz landet mitten im Zimmer, inspiziert alles frech und froh. Fröhlicher Piratenbär, fröhlicher Küchenbär und Mama Bär in die fröhliche Stimmung: „Scheucht den lieber wieder raus, was ist denn, wenn der auf den Teppich sch……?“ DAS wäre im Anbetracht der flatterfröhlichen Stimmung doch nun wirklich sch….egal….. 

Noch schlimmer ist es seit einer geraumen Zeit in Forums“diskussionen“: 

Im Forum eines allseits bekannten Seebären schildert eine Mutter ein wirklich erbauliches Erlebnis mit ihrem Sohn um einmal auch ein positives Ereignis im ganzen „Alte fürchterliche Dauerhetzer“ Einerlei zu zeigen. Prompt kommt eine Schwarzseherin und behauptet, das ganze KÖNNE gar nicht wahr sein, und solche positiven Geschichten würden sowieso immer angezweifelt und man solle sie gar nicht posten, weil man sonst der guten Sache schade.

Besagter Seebär postete das Photo seines „Frühstücks“: Kaffee und Zigarretten. Anstatt den scherzhaften Post so zu nehmen wie er gemeint war, als Scherz eben – fingen prompt Diskussionen darüber an, ob man als Bär mit Vorbildfunktion so etwas nicht unterlassen müsste, weil „Vorbild“, „Zigarretten sind ungesund“ usw……

Werden niedliche Bilder gezeigt in denen z.B Kinder Esswaren mit Tieren teilen kommt spätestens im dritten Post, wie ungesund das doch sei. (Mal fürs Kind, mal für das Tier) Anstatt sich an einem schönen Bild zu erfreuen wird gleich der schlimmste anzunehmende Schaden an Leib, Leben, Seele und Welt herbeigeredet.

In einem Thread in dem die Fraktionen „vegan/vegetarisch“ und „Fleischesser“ schlimmstmöglichst übereinander herzogen hat ein Teilnehmer, der nicht schrieb, welcher Essfraktion er angehört, angefragt, warum es nicht möglich wäre, dass beide Fraktionen einfach mal ein wenig besser vertragen und nicht einmal die andere Fraktion, wenn sie sie schon nicht ändern können Einfach mal so zu akzeptieren wie sie sind. Man könne doch jeden essen lassen was ihm/ihr/* schmecke. Aufgrund dieses Satzes wurde er schon von vornherein als „fleischfressender Tiermörder“ eingestuft. Und aus dem Aufruf zum Vertragen wurde ein Dialog von Vorwürfen der „Pflanzengeniesser“. Nach dem „Reagieren“ auf einige Vorwürfe und Äusserungen aus dem und vorigen Threads wurde IHM sogar vorgeworfen, Unruhe in die Duskussion zu bringen…. 😮

Es kann noch so positives Geschrieben, gezeigt oder berichtet werden, die professionellen Schwarzseher schaffen es, jedes positive Element mit passenden Argumenten negativ zu belasten… Und wenn es mal belegbare Fakten gibt, dann kommt der Aufschrei „Lügenpresse!“ Ein weiteres „Argument“ gegen das positive ist dann auch regelmässig: „Ach, dann verschliesst Du die Augen vor den Problemen der Welt. Willst nur sehen was Du willst…… Bist realitätsblind…“ Warum sind einige Menschen so, dass sie IMMER das Negative dem Positiven vorziehen? Man kann durchaus die Welt  mit kritischen Augen sehen aber trotzdem das Positive sehen und geniessen, nicht alles negativieren.

Der Piratenbär macht das jedenfalls so.


UND betreffs Pokemon go- lasst doch die Menschen spielen was sie wollen. Wer noch spielen kann hat zumindest das Kind in sich nicht vergessen… Und das ist SEHR positiv.


Wir ängstigen uns ins Chaos

AngstDie beste Freundin vom Piratenbären hat heute auf ihrem Blog einen so 100%ig teffenden Artikel über die aktuelle Angstlage verfasst – dem kann der Piratenbär nur voll und ganz zustimmen.

Reginas Gedankenwelten

Die letzten Tage waren anstrengend. Emotional anstrengend. Es knallte an allen Ecken und Enden, beinahe täglich. Nizza, München, Reutlingen, Göttingen, Würzburg, es gab viele Tote und Verletzte. Das ist schlimm und es ist traurig, es ist bedauernswert für alle Opfer und Hinterbliebenen. Aber: sowas hat es auch früher schon gegeben. Der einzige Unterschied dazu ist, früher wurde nicht aus allem und jedem ein Terroranschlag gemacht. Ein Eifersuchtsdrama war ein Eifersuchtsdrama, ein eskalierender Streit war eben genau das und ein geistig verwirrter Amokläufer war kein Terrorist sondern ein geistig verwirrter Mensch.
Irgendwie hat man den Eindruck, die Menschen heute haben den Blick für die Relation vollkommen verloren. Das ist dasselbe Phänomen wie mit dem Wetter. Im Winter ist es kalt und es fallen zehn Schneeflocken, schon brüllt es aus der Zeitung „WINTERCHAOS!“ Im Sommer hat es drei Tage lang mal dreissig Grad und es heisst „MÖRDERHITZE! SCHON 20 TOTE!“ Bei extremen…

Ursprünglichen Post anzeigen 758 weitere Wörter

Die Zentauren sind unter uns…

Zentaur

Ein Kentaur (griechisch Κένταυρος Kentauros, plural Κένταυροι Kentauroi; latinisiert Centaurus, Centauri; deutsch auch Zentaur) ist ein Mischwesen der griechischen Mythologie aus Pferd und Mensch. (Wikipedia)

Bisher dachte der Piratenbär ja dass Zentauren ausgestorben wären – aber heute ist ihm einer über den Weg gelaufen – bzw gefahren. Es scheint, dass die Zentauren Ihre Körper umgebildet haben – anstatt aus einem  Oberkörper auf einem Pferdeunterleib bestehen diese MenschenMischwesen heute aus einem KOMPLETTEN Menschen der aufs heftigste mit einem Unterteil aus zwei Rädern verwachsen zu sein scheint. Gewisse Ähnlichkeiten mit einem FAHRRADFAHRER sind nicht von der Hand zu weisen.

Nur sind die modernen Zentauren (die es übrigens in männlicher UND weiblicher Variante gibt) scheints nicht mehr in der Lage, sich ohne grössere Anstrengung vom Stahlesel zu lösen. Das Exemplar dem der Piratenbär heute in der S-Bahn begegnet ist fuhr vom Gehweg der grossen Hauptstrasse die Schräge in die S-Bahn Station hinunter, die Kinderwagenrampe zum Bahnsteig hinab und dann wartete ee mit der Herde der Fussläufer geduldig auf seinem Rad sitzend bis die Bahn einfuhr und rollte dann mit der Menge der anderen in den Wagon hinein. Da keiner der Menschen oder zumindest der Fahrer der Bahn Protest einlegte wird es wahrscheinlich sein, dass diese spezielle Spezies von Zentauren, wir wollen sie einmal Radelus rücksichtslosus nennen eine ganz spezielle Variante des Mimikry entwickelt hat und nur noch schwer auszumachen ist.

Auch gab es öfter Zwischenfälle mit einem Radelus rücksichtslosus der zur Nahrungsbeschaffung öfters in die Vorräume eines Supermarktes hineinfuhr und  nur sehr schwerfällig eine Trennung von Ober- und Unterteil zustandebrachte…

Aufmerksam geworden fielen dem Piratenbären in diesem Zusammenhang noch folgende Tatsachen auf: Diese Zentaures Radelus rücksichtslosus müssen einst „normale“ Fussgänger gewesen sein, da sie sich auch in ihrer radelnden Form sehr oft verbotenerweise auf dem Fussweg tummeln und auch an engen Stellen ihre Vorform „Fussgänger“ in Angst und Schrecken versetzen. Man kann davon ausgehen, dass sie immer noch denken, eher zur Fussgängerspezies zu gehören da sie sich ja weiterhin dort wohlzufühlen scheinen und nicht bemerken, dass sie ihre schwächeren Kollegen gefährden.

Auf der Fahrbahn dagegen, zusammen mit ihren grösseren und stärkeren Konkurrenten den Autofahrern, benehmen sie sich, wenn sie schon dort fahren, oft recht hilflos, ja gerade schon ängstlich – was aber oft auch auf das Verhalten der Autofahrerspezies Blechhaufus giganticus rücksichtslosus zurückzuführen ist. Wobei – irgendwie scheint den Zentauren dieses Verhalten wohl DOCH zu imponieren; wird es doch oft kopiert im Zusammenspiel des Radelus rücksichslosus mit den Fussgängern!

Deshalb – macht einmal die Augen GANZ WEIT auf – vielleicht gibt es in Eurem Wald auch Lebewesen die nicht ausgestorben sind sondern sich nur der „neuen“ Lebenweise angepasst haben.

Das Leben ist voller Wunder – man muss sie nur sehen – und VIEEEEEL Phantasie (und Nachsicht) walten lassen…

 

Merken

Merken

Unterrichtsfach „Erwachsenwerden“

2014-01-23 13.55.08

Eine Freundin vom Piratenbären hat in Ihrem Blog   http://zwiebackd.myblog.de/  folgendes Erlebnis geschildert…

Im Notfall 112 rufen !

Gedanken einer Schulsekretärin. Neulich standen 6 Viertklässler beim mir im Büro und baten darum, dass ich die Mama anrufe, weil sie was vergessen hatten. Da ich keine Zeit hatte, gab ich ihnen ein Mobil-Teil mit der Anweisung, doch bitte selbst anzurufen. Große Verblüffung! Und dann stellte sich raus, dass von den 6 Kindern 5 ihre Nummer nicht auswendig konnten und der Sechste war nicht in der Lage so ein „altmodisches“ Mobil-Teil zu bedienen.Was sagt uns das? Warum können 10jährige nicht mehr telefonieren??? Weil sie alle ein Handy besitzen mit „Mama“ auf Kurzwahl? Ist es übertrieben zu erwarten, dass man in der 4. Klasse eine VIERSTELLIGE Festnetz-Nummer auswendig kann? Ich denke nicht! Kann es sein, dass der heutige Fortschritt uns oder halt unsere Kinder lebensunfähig macht? Sie können nicht mehr telefonieren, kochen, handwerken und handarbeiten. Erschreckend! Bitte bringt Euren Kinder was bei: Stricken, Häkeln, Laubsägen, Kochen, Backen … und die Telefon-Nummer. Für den Notfall!

Das ganze kann überall, nicht nur in diesem, unseren Wald (Land) passiert sein. Oft wünscht sich der Piratenbär, dass es in der Schule ein Schulfach Erwachsenwerden – oder das „Richtige Leben“ gäbe. Denn wieviele junge Leute haben heutzutage Probleme, Formulare richtig auszufüllen oder nicht aus „Versehen“ auf Abofallen oder in Baustellenlöcher reinzufallen… 😉

Merken

Der Piratenbär hat Tränen in den Augen…

KDB2016_001

Heute vor einem Jahr, am 9.Juni 2015 gegen 15:00 Uhr verstarb Piratenbärs Partner, der Küchenbär, an plötzlichem Herzversagen.

Gedanken am 20. Juni 2015

Hatt‘ ich Dich gekränkt?
Ich weiss es nicht.
Du kannst es mir nicht mehr sagen.
Ein paar Worte, unbedeutend, aber barsch gesagt.

Warst Du gekränkt?
Oder nur müde?
Kurz danach (oder etwas später?) wars wieder gut.
Und wir hatten tagelang eine gute Zeit.
Du warst glücklich und froh.

Doch – hatt ich Dich gekränkt?
Davor?

Warum denke ich gerade DARAN
und nicht an die frohe Zeit danach?
Weil: Du kannst es mir nicht mehr sagen….

c)2015 R.U. Högemann

Piratenbär und Technik

2015-08-26 11.43.33

Nachdem der Piratenbär bei Kapitän Schwandt

https://www.facebook.com/kapitaenschwandt

wieder  einen älteren Artikel von dessen Schwierigkeiten mit seiner neuen Kaffeemaschine gelesen hat kam ihm die Erinnerung an ähnliche Erlebnisse beim

Tratsch der Haushaltsgeräte

Ich bin ja allem neuen sehr aufgeschlossen, möchte PC, iPad und Flachbildschirme nicht missen. Nur – manchmal – sind diese Geräte ein wenig geschwätzig. Und das OHNE einen Laut von sich zu geben. Das fällt einem besonders mitten in der Nacht auf:

Nachts muss Mann ja auch manchmal aus dem Bett. Und diese Nacht war ich zu sehr im Tran und wollte das Licht nicht anknipsen. Im Wohnzimmer zwischengelandet denke ich auf einmal: „Moment, träume ich schon von Second Life? Wer hat denn den DVD-Recorder mit diesem nervigen Bling ausgestattet?“ Bis mir dann schlagartig klar wurde, das der ja heut Nacht eine Reportage auf Arte aufnehmen musste – getimed hatte ich ja noch vorm Schlafengehen. Und das geblinge war „nur“ das Zeichen, das die Aufnahme läuft. Puh….

Und dann fiel mir etwas ins Auge – mein Handy blinkt auch – das Mittelkreuz lässt sanft aber stetig ein weisses Licht an und abblenden. (Was das überhaupt anzeigen soll weiss ich heute noch nicht) Angeregt durch dieses „Leuchtfeuer“ fing ich an, in der Wohnung auf „Blink-Expedition“ zu gehen. Solltet Ihr alle auch mal machen – was einen da so im den eigenen vier realen Wänden zur „Erleuchtung“ verhelfen will ist unfassbar:

Zuerst „musste“ ich ja doch einmal ins Badezimmer – rechts von mir zeigt die elektrische Zahnbürste, mit grünem Licht, das sie bereit zum Putzen ist während auf meiner linken Seite auf der Waschmaschine ein Batterieladegerät ein regelrechtes Leuchtfeuer abbrennt: drei grüne LEDs zeigen, das die Akkus ordnungsgemäss aufgeladen sind, ein rotes LED blinkt wie wild um zu zeigen, das irgendetwas mit dem hier eingelegten Akku nicht stimmt und „rot-gün“ informiert mich als Duo, das einer der Energielieferanten noch beladen wird. Beim Händewaschen mischt sich dann noch ein sanftes orangefarbenes Licht ein, das anspringt wenn der elektrische Wassererhitzer seine Arbeit erledigt.

Danach ein Blick in die Küche – der Kaffevollautomat zeigt mit einem grünen Sprunglicht, das er in Bereitschaft ist, falls ich jetzt noch einen erfrischenden Espresso benötigen würde. Gesetzt des Falles, ich WOLLTE einen, würde nach Knopfdruck eine Lichtorgel aus roten und grünen Blinkern kreisförmir vor Freude rotieren, das das Maschinchen anfangen darf, mir zu Willen zu sein. Dagegen ist ja das helle Lampenlicht aus dem Kühlschrank ein wahrer Phlegmatiker…

Im Flur blinken gleicht drei fleissige Lichterfeen am Telephon und unterstützen die immerleuchtende blassblaue Anzeigetafelmit den auf und abblendenden Ziffern: 5 neue Anrufe, Papierstau im Fax und die Pufferbatterie für die Uhr ist fast leer! Na toll! Und – seit wann habe ich denn hier ein Nachtlicht? Hab auch keins – das ist nur der Schalter der Steckdose, der im fröhlichsten Orgengerot vor sich hin strahlt.

Zurück im Wohnzimmer empfangen mich einige rote Einaugen – „Du bist ein Energieverschwender!“ scheinen sie mir entgegenzuraunen – Standbylämpchen können ja soooooo penetrant sein. Besonders der DVD-Recorder ist da sehr verquer – er zeigt mit einem überhellen Lämpchen an wann er AUSgeschaltet ist – ist er eingeschaltet sieht er aus wie tot… Oh – und was war das – ein klitzekleiner roter Lichtpunkt kommt aus einer Richtung – vom Balkon – DA habe ich doch keine Geräte, oder??????? Intensiver Nachforschungen ergeben, das der Temperaturfühler gerade eine Infrarot-Message an das Anzeigemodul gesandt hat……

Endlich zurück im Schlafzimmer – oh, sorry – ich stosse ans 2.Telephon – das mir sofort mit einem freundlichen kobaltblau anzeigt, das es mir zur Verfügung stehen würde und gibt mir sogar noch die Text-Information, das es gerade 4 Uhr 37 ist. Nun – im Schlafzimmer steht auch mein Schreibtisch mit dem Computer. Und hinter dem PC an der Wand zeigt gerade das Modem mit 5 augenfreundlich grünem LEDs durch fröhliches Wechselblinken, das die Teledumm dem Gerätchen wieder ein Update spendiert. Dankeschön! Und die selbstaufgeklebte Blende kann das ganze leider nur notdürftig abdunkeln – genau wie bei der neuen Mini-Stereoanlage – damit man aber auch immer die Uhrzeit ablesen kann, schaltet die hellblaue Anzeige auch beim Ausschalten des Gerätes NICHT aus – und gibt somit dem gesamten Schreibtisch ein Ambiente, das man sonst nur aus der Geisterbahn kennt. Na – nicht umsonst musste ich bei meinem Radiowecker fünf Lagen gelbe Folie über die Zeitanzeige kleben – sonst wäre es im Schlafzimmer immer Sonnanaufgangsstimmung! Ich lege mich wieder zur Ruhe – da schimmern hinter dem Regalvorhang noch zwei matte Lichtlein – rot und orange – mein Schlafzimmer Fernseher und der DVD-Player….. Na, das macht den Kohl auch nicht mehr fett…..

Nun aber hingelegt – MOMENT, was sind denn das jetzt für zwei Lichter, die da unheimlich phosphorizierend auf mich zukommen? Ich habe doch nun wirklich alle Geräte erkannt – und das kenne ich nun gar nicht! AAAARGHHHHHHHH – der Rachegott des Blinklichts will mir wohl ans Leder………..

Miauuuuu – wenn Du schon wach bist, kannst Du mir ja auch noch was ins Näpfchen tun…“ Ja – mach ich doch gleich. KATZENAUGEN in der Dunkelheit fangen aber auch wirklich den kleinsten Lichtschein ein……

Copyright: Rolf U.Högemann 11/2011